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Rede der Generalkonsulin GaoÝanping bei dem Empfang zum 67. Jahrestag der Volksrepublik China
2016/09/24
 

Sehr geehrter Herr Kantonsratspräsident Rolf Steiner,

Sehr geehrter Herr Regierungsrat Andreas Barraud,

sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen vom konsularischen Korps,

liebe Landsleute,

meine Damen und Herren,

guten Abend!

Es ist mir eine grosse Freude, heute mit Ihnen zusammenzutreffen, um den 67. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik Chinas zu feiern. Seit meinem Amtsantritt habe ich schon zahlreiche Kantone besucht und dabei viele schweizerische Freunde verschiedener Branchen und chinesische Landsleute kennengelernt, die sich für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung Chinas interessieren und dafür einsetzen, dass die Beziehungen zwischen China und der Schweiz immer weiter Fortschritte machen. Es freut mich deshalb sehr, heute so viele vertraute Gesichter zu sehen, und ich hoffe, bei diesem Anlass auch neue Bekanntschaften schliessen zu können. Im Namen des Chinesischen Generalkonsulats in Zürich und für das Fürstentum Liechtenstein heisse ich Sie alle herzlich willkommen!

Meine Damen und Herren!

Vor 67 Jahren, am 1. Oktober 1949, wurde die Volksrepublik China gegründet. Nach jahrzehntelangen Kriegen stand die neu gegründete Volksrepublik in Trümmern, sie war schwach und arm, alles musste von Anfang an wieder aufgebaut werden. Doch unter der Führung der Kommunistischen Partei Chinas wirkte das gesamte chinesische Volk mit beim Neuaufbau der Heimat, und heute, 67 Jahre später, hat sich China durch die unermüdlichen Bemühungen seiner Bevölkerung tiefgreifend verändert. Vor mehr als 30 Jahren wurde die Reform- und Öffnungspolitik eingeführt und seitdem befindet sich das politische und gesellschaftliche System Chinas in einem stetigen Wandlungsprozess. Insbesondere die Wirtschaft entwickelt sich so schnell, dass China innerhalb von nur 30 Jahren einen Industrialisierungs- und Modernisierungsprozess vollzogen hat, für den die Industrieländer mehr als 200 Jahre benötigten. So ist China heute die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt mit einem Bruttoinlandsprodukt von mehr als 10 Billionen US-Dollar. Chinas politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leistungen sorgen weltweit für Beachtung.

Ich weiss, dass viele Schweizer Freunde die wirtschaftliche Entwicklung Chinas mit grossem Interesse verfolgen. So erlaube ich mir hier, ein paar Zahlen und Fakten dazu vorzulegen. Vor dem Hintergrund einer schwachen Weltkonjunktur und des abnehmenden Welthandelsvolumens hat China letztes Jahr ein Wachstum von 6,9% erzielt. Das bedeutet einen Anstieg um 500 Milliarden US-Dollar, gleich viel etwa wie das Bruttoinlandprodukt eines mittelgrossen europäischen Landes. Zum globalen Wirtschaftswachstum trägt China mehr als 25% bei und spielt somit die Rolle der Lokomotive der Weltwirtschaft. Gleichzeitig erlebt China gerade einen Wandel von der raschen quantitativen Expansion hin zu einer Qualitäts- und Effizienzsteigerung und tritt über in die Phase der sogenannten „Neuen Normalität“. Der am Anfang dieses Jahres verabschiedete 13. Fünfjahresplan baut unter anderem auf fünf Konzepte, nämlich Innovation, Koordination, Umweltschutz, Offenheit und Partizipation. Der Wirtschaftsverlauf ist solide, die strukturellen Reformen auf der Angebotsseite beginnen zu greifen, und die Entwicklung bei Wachstum, Erwerbstätigkeit und Einkommen verläuft stabil. Im ersten Halbjahr 2016 lag das wirtschaftliche Wachstum bei 6,7%. Der Staatshaushalt verzeichnete Einnahmen von 6,5 Billionen Yuan, was eine Zunahme von 9,4% bedeutet. Über 7 Millionen neue Arbeitsplätze wurden geschaffen; voraussichtlich werden es im Gesamtjahr mehr als 13 Millionen sein. Das durchschnittliche Einkommen der Bevölkerung stieg um 6,5%. Strukturell gesehen sind Konsum und Dienstleistungen schon jetzt zum Hauptfaktur des Wachstums herangereift. Das gesamte Einzelhandelsvolumen nimmt jährlich um rund 10% zu. Die Steuereinnahmen aus Grosshandel und Einzelhandel sind insgesamt um 5,9% gestiegen. Die Wertschöpfung der Dienstleistungsbranche verzeichnete eine Zunahme von 7,5%. Somit hat der Dienstleistungssektor heute bereits einen Anteil von 54% des BIP und trägt 60% zum Wirtschaftswachstum bei. Angesichts dieser Fakten und in Verbund mit der stetigen strukturellen Optimierung bleiben die langfristigen Aussichten für die chinesische Wirtschaft nach wie vor positiv. China wird konsequent die Reformen auf der Angebotsseite vorantreiben, die Wirtschaftsstruktur weiter modernisieren und neue Wachstumsantriebe stärken. Mit seiner auf Qualität, Effizienz und Nachhaltigkeit basierenden Entwicklung wird China weiterhin zum Weltwirtschaftswachstum und Wohlstand der Weltbevölkerung beitragen. China hat vor kurzem das G20 Summit erfolgreich veranstaltet und das „Chinesische Konzept“ veröffenlicht, das bei allen anderen Ländern breite Unterstützung und Zustimmung gefunden hat. Ich bin fest der Überzeugung, dass unter gemeinsamen Bemühungen von China und anderen Ländern eine starke, nachhaltige, balancierte und allen Menschen zugute kommende Entwicklung der Weltwirtschaft verwirklicht werden kann.

China verfolgt seit jeher eine unabhängige und friedliche Aussenpolitik, hält fest am Grundsatz der friedlichen Entwicklung und handelt stets als Bewahrer, Gestalter und Mitwirkender des Friedens, sowohl regional als auch weltweit. Wir fördern und halten an den fünf Prinzipien der friedlichen Koexistenz fest, lehnen sowohl Einmischung in innere Angelegenheiten als auch hegemoniale Bestrebungen, Expansion oder Errichtung eines Einflussbereiches ab. Wir halten unbeirrt an der Souveränität, der Sicherheit und den Entwicklungsinteressen Chinas fest, gleichzeitig respektieren und berücksichtigen wir jedoch auch die berechtigten Anliegen und Interessen aller anderen Länder. China wird sich weiterhin nach dem von der Charta der Vereinten Nationen festgelegten Völkerrecht und den Grundsätzen der internationalen Beziehungen richten. Dazu zählen Respekt der Souveränität und territorialen Integrität sowie die friedliche Beilegung von Konflikten. Bei territorialen Fragen und bei Streitigkeiten um maritime Rechte hält China an Lösungen durch Verhandlungen mit den direktbeteiligten Ländern fest, und zwar auf der Basis des Respekts vor den Tatsachen der Geschichte sowie des Völkerrechts. Die Entschlossenheit und der Wille Chinas zur Wahrung der Souveränität und territorialen Integrität sowie zur Wahrung der internationalen Gerechtigkeit sind unerschütterlich und Chinas unbestreitbare Fähigkeit dazu verstärkt sich ständig. Wir hoffen dabei weiterhin auf das Verständnis und die Unterstützung unserer Schweizer Freunde.

Meine Damen und Herren, liebe Freunde!

Ich freue mich sehr, die obengenannten Daten und Fakten mit Ihnen zu teilen, nicht zuletzt weil die Freundschaft zwischen der Schweiz und China eine lange Geschichte hat. Die Schweiz gehört zu den ersten westlichen Ländern, die mit der Volksrepublik China diplomatische Beziehungen aufgenommen haben. Sie gründete mit einheimischen Partnern das erste industrielle Joint Venture in China und ist das erste Industrieland, das die chinesische Marktwirtschaft anerkannt hat. Sie unterzeichnete als erstes kontinentaleuropäische Land ein Freihandelsabkommen mit China. Vor kurzem wurde die Schweiz auch zu einem der ersten Mitglieder der Asiatischen Infrastrukturinvestmentbank, der AIIB, und sie hat positiv auf Chinas „ein Gürtel, eine Strasse-Initiative reagiert. Im Folgenden möchte ich Ihnen nun einige der jüngsten Höhepunkte der Chinesisch-Schweizerischen Beziehungen in Erinnerung rufen. Im Januar 2016 führte der chinesische Vize-Staatspräsident Li Yuanchao eine Delegation nach Davos für die Teilnahme am WEF. Er traf sich dort mit Bundespräsidenten Johann Schneider-Ammann und konsolidierte damit die bilateralen Beziehungen auf hoher Ebene. Drei Monate später, im April, empfing Staatspräsident Xi Jinping in Beijing den Schweizer Bundespräsidenten. Gemeinsam beschlossen sie, eine innovative strategische Partnerschaft zwischen China und der Schweiz aufzubauen, womit ein Höhepunkt der bilateralen Beziehung erzielt wurde. Dies ist die erste strategische Partnerschaft Chinas mit dem Schwerpunkt auf Innovation und bereichert die bilateralen Beziehungen mit einem weiteren Novum. Ich bin fest der Überzeugung, dass mit beidseitigen Bemühungen und der Unterstützung aller Freunde die chinesisch-schweizerische Zusammenarbeit stets mehr an Schwung gewinnen, weitere Bereiche erschliessen und immer wieder für Erfolgsmeldungen sorgen wird.

Meine Damen und Herren, liebe Landsleute!

Die bilateralen Beziehungen zwischen China und der Schweiz würden sich ohne der Teilnahme der Auslandschinesen und chinesischen Studenten in diesem Land niemals so positiv entwickeln. Die Errungenschaften Chinas sind überhaupt eng mit der Unterstützung der Auslandchinesen verbunden. Ihr Rückhalt spielt auch eine wichtige Rolle bei den Bemühungen Chinas, seine Souveränität und territoriale Integrität zu wahren und den chinesischen Traum des Wiederaufstiegs zu verwirklichen. Das Generalkonsulat in Zürich und für das Fürstentum Liechtenstein dient auch als eine Art Familienfixpunkt für alle die hier lebenden und studierenden Chinesen. Wir werden weiterhin unser Bestes tun, um Ihnen jede mögliche Unterstützung zu bieten.

Meine Damen und Herren!

Die Chinesen sagen oft „Essen steht über alles wie der Himmel“. Die kulinarische Kultur Chinas ist weltberühmt für ihre Qualität und ihre Vielfalt. Das Generalkonsulat hat heute fünf ausgezeichnete Köche aus Fuzhou in der Provinz Fujian eingeladen. Sie werden hier ihre ganze Kunst aufbieten, um uns kulinarisch zu verwöhnen.

Lasst uns darauf nun das Glas erheben:

Auf den 67. Jahrestag der Gründung der VR China,

auf die vielversprechende Zukunft des Vaterlands,

auf das Wohlergehen unserer Landsleute,

sowie auf die Freundschaft zwischen China und der Schweiz,

Prost!

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