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Ansprache von Frau Generalkonsulin MAO Jingqiu anlässlich des 65. Jubiläums der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der VR China und dem Fürstentum Liechtenstein
2015/09/20
 

Sehr geehrter Herr Regierungsrat Dr. Mauro Pedrazzini,

sehr geehrter Herr Amtsleiter Dr. Martin Frick, 

verehrte Damen und Herren, 

liebe Gäste, liebe Freunde, 

guten Abend! 

Aus Anlass des 65-jährigen Jubiläums der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen China und Liechtenstein und des 66. Jahrestags der Gründung der Volksrepublik China sind wir heute hier im Vaduzer Saal zusammengekommen.  Es ist mir eine grosse Freude, Sie alle als verehrte Gäste zum heutigen Empfang begrüssen zu dürfen. Zunächst möchte ich ganz herzlich Herrn Regierungsrat Dr. Pedrazzini meinen Dank aussprechen. Ihre Anwesenheit, Herr Dr. Pedrazzini, zeigt einmal mehr deutlich, dass die Liechtensteiner Regierung und Sie persönlich den Beziehungen zwischen China und Liechtenstein einen hohen Wert beimessen.

Meine Damen und Herren!

Ich habe seit meinem Amtsantritt im Juni letzten Jahres Liechtenstein mehrmals besucht. Schon vor meinem Amtsantritt war mir Liechtenstein nicht fremd. In China wird zum Beispiel viel über Liechtenstein als Briefmarkenland geredet. Es gibt sogar einen Fan-Club in China für die Sammler von Liechtensteiner Briefmarken mit über 4'000 Mitgliedern. Liechtenstein zieht mit jedem Jahr mehr chinesische Touristen an. Ich habe gehört, dass zeitweise mehr Chinesen als Einheimische in der Fussgängerzone von Vaduz zu sehen sind. Ein chinesisches Sprichwort sagt: „Einmal sehen ist besser als hundertmal hören“. Schon bei meiner ersten Begegnung mit Liechtenstein fühlte ich mich von dessen einzigartigem Charme angezogen. Ich stamme aus Südchina, wo es viele kleine Städte gibt. Sie liegen an Flüssen oder Seen, sind von der Einwohnerzahl und Fläche her unbedeutend, aber das Leben dort ist von fleissiger Arbeit, einem hohem Wohlstandsniveau und grosser Zufriedenheit geprägt. Liechtenstein gab mir somit ein vertrautes Gefühl: Es ist ebenfalls klein, aber fein und mit einer eigenen Stärke versehen. Liechtenstein war stets ein gleichberechtigter und wichtiger Partner Chinas in Europa und wird es auch bleiben. Mit 37'000 ständigen Einwohnern bietet Liechtenstein mehr als 4'000 registrierten Unternehmen ein Domizil und weist 36'000 Arbeitsplätze auf. Liechtensteins internationale Unternehmen und Banken nehmen einen wichtigen Platz in der Welt ein. Und wie schon gesagt, seine Briefmarken geniessen seit langem einen globalen Ruf. Liechtenstein spielt – mit einem ihm eigenen Verantwortungsbewusstsein – in Europa und in der UNO zunehmend eine Rolle, die seine Grösse bei weitem übersteigt. Dieses Land kommt mir vor wie ein speziell leuchtender Edelstein inmitten Europas.

China und Liechtenstein sind voneinander geographisch weit entfernt und weisen ganz unterschiedliche Gegebenheiten auf. Wir sprechen verschiedene Sprachen, haben eine ganz andersartige Geschichte, und trotzdem haben wir das gleiche Streben nach Weltfrieden und nachhaltiger Entwicklung. Vor 66 Jahren wurde die VR China gegründet. Bereits nach einem Jahr haben sie und das Fürstentum Liechtenstein diplomatische Beziehungen aufgenommen. Damit gehört Liechtenstein zu den ersten westlichen Ländern, die mit der VR China offizielle staatliche Beziehungen knüpfte. In den letzten 65 Jahren haben sich die bilateralen Beziehungen dank dem gegenseitigen Respekt und der Zusammenarbeit zum beidseitigen Nutzen stetig entwickelt. Die beiden Länder haben der Welt eine schöne und erfolgreiche Geschichte von gleichberechtigter Kooperation zwischen einem grossen und einem kleinen Land vorgelebt. In den letzten Jahren gab es bei den bilateralen Beziehungen eine ganze Reihe von Höhepunkten. 2010 zum Beispiel nahm Liechtenstein an der Expo in Shanghai teil und war damit zum ersten Mal präsent an einer Weltausstellung, die ausserhalb Europas stattfand. Mehr als eine Million chinesische Besucher hat der Liechtensteiner Pavillon empfangen. Diese Teilnahme gab unzähligen Chinesen die Möglichkeit, das Fürstentum Liechtenstein kennenzulernen. Seiner Durchlaucht Erbprinz Alois und der damalige Regierungschef Klaus Schütscher haben zusammen China besucht und damit eine neue Ära der bilateralen Beziehungen eingeläutet. Von November 2013 bis Juni 2014 hat die fürstliche Sonderausstellung sowohl in Beijing als auch in Shanghai grosse Aufmerksamkeit auf sich gezogen und war jeweils ein voller Erfolg. Im November hat S.D. Erbprinz Alois erneut China besucht und die Ausstellung eröffnet. Das Interesse der Chinesen an der spezifischen Kultur Liechtensteins ist geweckt worden. Die meisten der heute Anwesenden haben im September 2014 wohl auch die Teilnahme Chinas als Gastland an der LIHGA miterlebt. Diese Teilnahme hat unseren Liechtensteiner Freunden ihrerseits die Möglichkeit eröffnet, China besser kennenzulernen. Weitere Belege der raschen Entwicklung der bilateralen Beziehungen sind etwa die ab 2012 jährliche Herausgabe der kunstvoll gestalteten Serie „Chinesische Tierkreiszeichen“ durch die liechtensteinische Post, die Eröffnung des Honorarkonsulats von Liechtenstein in Hongkong im Juni 2013, sowie das Abkommen über den Informationsaustausch in Steuersachen vom Januar 2014. Auch die Handelsbeziehungen zwischen unseren beiden Staaten zeigen eine positive Entwicklung. Das Handelsvolumen ist im ersten Halbjahr 2015 um 5% auf 62,6 Mio. US-Dollar angestiegen. 

Meine Damen und Herren, liebe Freunde! 

Ich glaube, dass das 65. Jubiläum für beide Länder ein idealer Zeitpunkt ist, um die bilateralen Beziehungen noch weiter auszubauen und auf ein neues Niveau zu bringen. China ist gern bereit, in enger Zusammenarbeit mit Liechtenstein, auf Grundlage des gegenseitigen Respekts, der Gleichberechtigung und des gegenseitigen Nutzens, die Errungenschaften der bilateralen Beziehungen zu sichern und an einer noch schöneren Zukunft der Kooperation zu arbeiten. Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch meinen herzlichen Dank an alle alten Freunde zum Ausdruck bringen. Ohne ihre Bemühungen und Unterstützung seit vielen Jahren wäre diese gute Entwicklung der Beziehungen unserer beiden Länder nicht möglich gewesen. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir gemeinsam eine noch bessere Zukunft der Beziehungen beider Staaten schaffen können! 

Vielen Dank!

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