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Rede von Frau Generalkonsulin Mao Jingqiu am Empfang anlässlich der Ausstellung „Nadelkunst-Handstickereien aus China und der Schweiz" im Appenzellhaus in Zürich
2014/10/23
 

Sehr geehrte Frau Landammann Marianne Koller-Bohl,

Sehr geehrter Herr Landammann Roland Inauen

Sehr geehrter Herr Regierungsrat Martin Klöti,

Sehr geehrter Herr Nationalrat Hans-Peter Portmann,

Sehr geehrter Herr Ständerat Hans Altherr,

Sehr geehrter Herr Gemeindepräsident Christian Spoerlé,

Sehr geehrter Herr Stiftungspräsident Ernst Hohl,

meine Damen und Herren!

Es ist mir eine grosse Freude, heute Abend im Haus Appenzell mit Ihnen gemeinsam die Ausstellung „Nadelkunst-Handstickereien aus China und der Schweiz" zu geniessen, die Ihnen anhand von Handstickereien aus China und der Schweiz etwas von der traditionellen Kultur und dem Kunsthandwerk der beiden Länder näherbringen möchte. Zunächst aber möchte ich Ihnen für Ihr zahlreiches Erscheinen ganz herzlich danken.

Mit grosser Freude stellen wir fest, dass der Kulturaustausch zwischen China und der Schweiz in den letzten Jahren eine ständige Ausweitung erfahren und reiche Früchte getragen hat, was sehr zur Förderung des gegenseitigen Verständnisses und der Freundschaft zwischen den beiden Völkern beigetragen hat.

Ich kann mich noch gut erinnern, dass Herr Präsident Ernst Hohl und Frau Yu Hao mich kurz nach meinem Amtsantritt schon besucht und mir von der heutigen Ausstellung erzählt haben. Damals hatte ich, ehrlich gesagt, noch keine klare Vorstellung vom Appenzellerland. In den vergangenen Monaten jedoch hatte ich verschiedene Gelegenheiten, diese Region näher kennenzulernen. Beim wunderschönen Rundblick vom Säntis aus, zum Beispiel, oder bei Spaziergängen durch die ruhige und historisch reiche Altstadt von Appenzell, bei einer angenehmen Wanderung auf dem Hohen Kasten sowie am beeindruckenden Biedermeier-Fest in Heiden. All das hat mich dazu gebracht, folgendem Satz Glauben zu schenken, nämlich „In keiner anderen Region der Schweiz werden Tradition und Brauchtum so intensiv gelebt wie im Appenzellerland“.

Meine Damen und Herren!

Wie Sie wissen, sind China und die Schweiz Länder mit vielfältiger Kultur und reichhaltiger Volkskunst. Die chinesische Handstickerei kann auf eine über 3000-jährige Geschichte zurückblicken und gehört zu den bekanntesten und traditionsreichsten Kunsthandwerken Chinas. In der ländlichen Umgebung von Jiangsu, also meine Heimatprovinz, gab es früher folgende Tradition: Am Tag der Hochzeit nahm die Braut ihre Stickarbeit zur Familie des Bräutigams mit. Die Familie begutachtete daraufhin kritisch die Qualität der Braut anhand ihrer Handarbeitskünste. Diese erste Prüfung der Schwiegertochter durch die Familie war immens wichtig. Man glaubte nämlich, dass Frauen, die gut sticken können, auch in der Lage sein würden, das Zuhause in Ordnung zu halten und gut für den Mann und die Kinder zu sorgen. Daran sieht man wirklich schon, welche Bedeutung die Stickerei damals hatte.

Meine Damen und Herren!

Was wir heute Abend erleben, ist in der Tat eine einzigartige und faszinierende Zusammenstellung aus den traditionellen Kulturen unserer beiden Länder. Man bekommt dadurch ein beeindruckendes Bild sowohl der Gemeinsamkeiten als auch der Unterschiede dieser zwei weit voneinander entfernten Kulturen. Eine völkerverbindende Begegnung wie die aktuelle Ausstellung ist jedoch ohne enorm viel Einsatz und grosser Leidenschaft nicht möglich. In diesem Sinne möchte ich Ihnen, sehr geehrter Herr Präsident Hohl und Frau Yu Hao, für ihr jahrzehntelanges unermüdliches und professionelles Engagement für die Vertiefung des gegenseitigen kulturellen Verständnisses beider Länder aufrichtig danken. Das Generalkonsulat möchte Ihrer Kulturstiftung gerne weiterhin Unterstützung und Hilfe im Rahmen unserer Möglichkeiten anbieten.

Meine Damen und Herren!

Zum Schluss wünsche ich der Ausstellung „Nadelkunst-Handstickereien aus China und der Schweiz“ grosse Beachtung und viel Erfolg. Ihnen allen, meine Damen und Herren, wünsche ich einen angenehmen und eindrucksvollen Abend.

Vielen Dank!

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