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Rede des Generalkonsuls Herrn Liang Jianquan am Empfang aus Anlass des 64. Jahrestages der Gründung der Volksrepublik China
2013/09/30
 

Sehr geehrter Herr Kantonsratspräsident Bruno Walliser,

sehr geehrter Herr Regierungsrat Benedikt Würth,

sehr geehrter Herr Regierungsrat Ernst Landolt,

sehr geehrter Herr Regierungsrat des Fürstentums Liechtenstein Dr. Mauro Pedrazzini

sehr geerhter Herr Gemeinderatspräsident Martin Abele,

sehr geehrter Herr Dr. Thomas Wagner ,

sehr geehrter Herr Kurt Haerri,

sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen vom konsularischen Korps,

liebe Landsleute,

meine Damen und Herren,

guten Abend!Morgen ist der 64. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China. Ich freue mich sehr, heute mit Ihnen gemeinsamzu diesen wichtigen Anlass zu feiern. Zunächst möchte ich Ihnen für Ihr zahlreiches Erscheinen danken und Sie alle ganz herzlich willkommen heißen.

Verglichen mit der Schweizerischen Eidgenossenschaft ist die 64-jährige Volksrepublik noch ein „junger Staat". Aber seit der Gründung der VR China und insbesondere seit der Einführung der Reform- und Öffnungspolitik vor mehr als 30 Jahren hat China einen tiefgreifenden Wandel erlebt und weltweit anerkannte Erfolge erzielt. Im vergangenen Jahr hat China trotz verschiedener Schwierigkeiten und Herausforderungen im In- und Ausland eine gute Entwicklungstendenz in Bereichen Wirtschaft und Gesellschaft beibehalten. Gleichzeitig verfolgte die Welt das nachlassende Wirtschaftswachstum Chinas mit gewissen Sorgen. Ich halt dies für verständlich, wenn man sich seit langem daran gewohnt hat, ein zweistelliges jährliches Wachstum von China zu erwarten. Aber ich möchte Ihnen berichten, dass sich Chinas Wirtschaft mitten in einer entscheidenden Phase der Transformation und Modernisierung befindet. Dabei orientiren wir uns nicht nur an dem Gesamtvolumen der Wirtschaftsleistung, sondern noch mehr an der Qualität und Effizienz der wirtschaftlichen Entwicklung. Um die struktuellen Probleme anzupacken, die der nachhaltigen Entwicklung Chinas im Wege stehen, ist es uns lieber, dass sich das wirtschaftliche Wachstum einigermassen verlangsamt. Das BIP-Wachstum Chinas in der ersten Hälfte dieses Jahres ist um 7,6% gestiegen, damit bleibt China weiterhin der Vorläufer unter den großen Volkswirtschaften in der Welt.

Meine Damen und Herren!

Seit der zweiten Hälfte dieses Jahres zeigten die wichtigsten chinesischen Konjunkturindikatoren eine gute Entwicklungstendenz. Laut Einschätzung kann sich der Beitrag Chinas zum globalen Wirtschaftswachstum in diesem Jahr auf 28% belaufen. In den kommenden fünf Jahren wird allein der gesamte Import Chinas 10 Billionen USD betragen, zugleich werden die chinesischen Investitionen im Ausland eine Höhe von mehr als 500 Milliarden USD erreichen. Und mit mehr als 400 Millionen Ausreisen der chinesischen Staatsbürger in diesem Zeitraum wird gerechnet. China wird weiterhin an der Politik der Reform und Öffnung festhalten und neue diesbezügliche Massnahmen ergreifen. Die zu errichtende Freihandelszone in Shanghai ist beispielsweise ein wichtiger Testanlauf für weitreichende Reformen. Daher sind wir nicht nur zuversichtlich, sondern auch in der Lage, eine nachhaltige und gesunde wirtschaftliche Entwicklung zu verwirklichen, und gleichzeitig neue Impulse für die Weltwirtschaft bringen.

Meine Damen und Herren!

Seit dem 18. Parteitag der KP Chinas im vergangenen Jahr hat das neue Führungskollektiv unter der Führung von Generalsekretär Xi Jinping den Leitgedanken, also den „chinesischen Traum" konzepiert. Was ist eigentlich der „chinesische Traum"? Nach unserem Verständnis ist der „chinesische Traum" durch Folgendes gekennzeichnet: Erstens: Der chinesische Traum besteht aus den einzelnen Träumen der Menschen in unserem Land, durch fleißige Arbeit bessere Ausbildungsmöglichkeit, stabile Arbeitsstelle, zuverlässige soziale Sicherung, bessere Gesundheitsversorgung, komfortable Wohnungen und nicht zuletzt eine schöne Umwelt zu erhalten. Zweitens: Der „chinesische Traum" ist der gemeinsame Traum aller Chinesen. Damit meinen wir, dass wir es zum Ziel gesetzt haben, eine Gesellschaft mit bescheidenem Wohlstand auf höherem Niveau bis 2020, und ein wohlhabendes, demokratisches, zivilisiertes und harmonisches sozialistisches Land bis Mitte dieses Jahrhunderts aufzubauen. Dritten: Der „chinesische Traum" ist eng verbunden mit den Träumen anderer Völker der Welt. China wird im Zuge seiner Entwicklung weiterhin an der Politik der friedlichen Entwicklung festhalten und im Sinne des gemeinsamen Vorteils die Entwicklungschancen mit anderen Ländern teilen.

Meine Damen und Herren!

Mit grosser Freude stellen wir fest, dass die Beziehungen zwischen China und der Schweiz sowie Liechtenstein gegenwärtig eine gute Entwicklungstendenz aufweisen. Im Mai hat der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang der Schweiz einen erfolgreichen Besuch abgestattet, damit ist die Schweiz das erste europäische Land, das der neue chinesische Ministerpräsident nach seinem Amtsantritt besucht hat. Dies ist auch ein Zeichen dafür, dass die neue chinesische Regierung großen Wert auf die Beziehungen zu der Schweiz legt. In diesem Jahr haben fünf Schweizer Bundesräte China bereits besucht, darunter auch der Bundespräsident Maurer. Dieser intensive Besuchsaustausch auf hoher Ebene zeigt den Stand unserer guten Beziehungen. Bis Juli dieses Jahres betrug das Handelsvolumen zwischen China und der Schweiz 33.7 Milliarden USD, ein Zuwachs von knapp 117% im Vergleich zum vorigen Jahr, und mehr als das gesamte Handelsvolumen im vergangenen Jahr. Das im Juli dieses Jahres von den beiden Ländern unterzeichnete Freihandelsabkommen ist ein neuer Meilenstein in der Geschichte der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen. Auf der regionelen Ebene konnten wir ebenfalls neue Fortschritte in der bilaterallen Zusammenarbeit erreichen. Vor kurzem hat das Mitglied des Politbüros und Parteisekretär der KP Chinas der Provinz Guangdong einen erfolgreichen Besuch in der Schweiz gemacht, wobei er mit der Regierung von Kanton Zürich den Aufbau einer freundschaftlichen Partnerschaft vereinbart hat. Auch der Besuch von dem Parteisekretär der Stadt Kunmin im letzten Mai hat zur weiteren Vertiefung der seit 1982 bestehenden Partnerschaft mit der Stadt Zürich beigetragen.

Zur gleichen Zeit sind die Beziehungen zwischen China und dem Fürstentum Liechtenstein in eine neue Phase der allseitiegen Entwicklung eingetreten. Wir sind froh, dass Liechtenstein Anfang dieses Jahres ein Honorarkonsulat in Hong Kong eröffnet hat. Wir freuen uns auf den Besuch von Erbprinz Alois und Frau Aussenministerin Frick und ihre Teilnahme an der Eröffnung der Ausstellung der Fürstlichen Kunstsammlung im Nationalmuseum in Beijing im kommenden November. Wir sind ebenfalls froh, dass China als Gastland an dem LIGHA 2014 teilnehmen wird, und arbeiten bereits aktiv an der Vorbereitung dafür.

Kurzum: Mit vollem Grund können wir in eine noch bessere Zukunft der Beziehungen zwischen China und der Schweiz sowie dem Fürstentum Liechtenstein blicken.

Meine Damen und Herren!

Bei dieser Gelegenheit möchte ich allen Freunden herzlich dafür danken, dass sie sich mit grossen Anstrengungen und Leidenschaft für die Intensivierung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen China einerseits und der Schweiz und Liechtenstein andererseits einsetzen. Ohne Ihr Engagement und Einsatz wären aus den Bäumen der Freundschaft zwischen unseren Staaten nicht so viele und reiche Früchte gewachsen. Einer der herausragenden Vertreter von ihnen ist der ehemalige Zürcher Stadtpräsident und der Präsident der Gesellschaft Schweiz-China Herr Dr. Thomas Wagner. Er wird anschliessend auch eine Rede halten.

Zum Schluss schlage ich vor, auf den 64. Geburtstag der VR China, auf Gedeihen und Aufblühen von unseren Staaten, auf unsere Freundschaft und weiterhin gute Zusammenarbeit zu trinken, Gan Bei!

Vielen Dank!

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