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Rede des Generalkonsuls Herrn Liang Jianquan bei dem Symposium unter dem Thema „China unter neuer Führung:Was heißt das für Investoren?"
2013/03/19
 

Sehr geehrter Herr Dr. Thomas Wagner,

meine Damen und Herren!

Es ist mir eine grosse Freude, an der Veranstaltung unter dem Thema „China unter neuer Führung: Was heißt das für Investoren?" teilzunehmen. Ich danke den Organisatoren dieses Symposiums für ihre Einladung, die es uns erlaubt, vor dem Hintergrund der neuersten politischen Konstellation in China hier gemeinsam über die Ausschöpfung des wirtschaftlichen Kooperationspotenzials zwischen China und der Schweiz zu diskutieren.

Die vergangenen zwei Wochen in China sind von der Jahrestagung des NVK, also dem wichtigsten politischen Ereignis in diesem Jahr, geprägt. Wie Sie ja bereits wissen, ist die erste Jahrestagung des 12. Nationalen Volkskongresses am vergangenen Sonntag mit der Bildung einer neuen Staatsführung erfolgreich zu Ende gegangen. Das neue Führungskollektiv mit Herrn Xi Jinping als Staatspräsident, Herrn Li Keqiang als Ministerpräsident und Herrn Zhang Dejiang als Vorsitzender des Ständigen Ausschusses des NVK hat nun die Verantwortung für das Land in den kommenden Jahren übernommen. Der Führungswechsel, der streng im Rahmen der Verfassung erfolgt und durch Verjüngung und Kontinuität gekennzeichnet ist, hat sowohl im Inland als auch im Ausland sehr positive Reaktionen gefunden. Nun sind die programmatischen und personellen Weichen für die weitere Entwicklung Chinas gestellt worden. Der neue Ministerpräsident Li Keqiang hat die drei wichtigsten Aufgaben seiner Regierung bekräftigt, nämlich Erhaltung einer anhaltenden und stabilen wirtschaftlichen Entwicklung, weitere Erhöhung des Lebensstandards der Bevölkerung sowie die Förderung von mehr Gerechtigkeit in der Gesellschaft. Die neue Führung hat es zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020-und zwar im Vergleich zu 2010 den Aufbau einer Gesellschaft mit bescheidenem Wohlstand durch Verdoppelung des Bruttoinlandsprodukts und des realen Einkommens der Bevölkerung zu verwirklichen. Das heisst, dass das Wirtschaswachstum in den kommenden sieben Jahren im Durchschnitt 7.5% erreichen soll, eine nicht leichte aber auch erfüllbare Aufgabe. Das Land wird sich noch mehr an der Leitlinie der wissenschaftlichen Entwicklung orientieren und verstärkt auf die Umstrukturierung der Wirtschaft und auf die Qualität und Effizienz der Entwicklung achten, wobei die Nachhaltigkeit und der Umweltschutz zentrale Rollen spielen werden. In diesem Prozess wird die neue Führung verstärkt daran arbeiten, ein soziales Sicherungsnetz im ganzen Land aufzubauen bzw. zu verbessern, konsequent und entschlossen auf dem Weg der Rechtsstaatlichkeit weiter gehen und unbeirrt an der Stategie der weiteren Öffnung des Landes und an der Politik der Vertiefung der Zusammenarbeit mit dem Ausland im Sinne des beiderseitigen Vorteils festzuhalten. Durch neue Orientierung des Entwicklungsweges, konstante Verbesserung des Lebensniveaus der Bevölkerung und beschleunigte Urbanisierung soll die Inlandsnachfrage nachhaltig angekurbelt werden. Dies hat auch positive Auswirkungen auf das Ausland. Allein das Gesamtvolumen des chinesischen Warenimports in den kommenden fünf Jahren nach vorsichtiger Prognose 10 Billionen USD erreichen, was noch mehr Investitionschancen und einen riesengroßen Markt für globale Unternehmen einschließlich der schweizerischen Unternehmen anbieten wird.

Meine Damen und Herren.

Mit Freude stellen wir fest, dass der Austausch und die Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Ländern im Bereich Wirtschaft und Handel eine immer intensivere Entwicklung erfährt. China ist momentan der grösste Handelspartner der Schweiz in Asien und die Schweiz ist der siebtgrösste Handelspartner Chinas in Europa. Laut Statistik betrug das bilaterale Handelsvolumen im vergangenen Jahr 26,3 Milliarden USD, ein Zuwachs von 280% im Vergleich zum Jahr 2007, also vor der Finanzkrise. Insbesondere möchte ich erwaehnen, dass die schweizerische Außenhandelsbilanz 2012 trotz eines schwierigen globalen Wirtschaftsumfelds einen Rekordüberschuss von 24,4 Milliarden Franken erzielt hat. Der Überschuss mit China betrug 16,9 Milliarden Franken. Ich weiss, dass viele mit grosser Aufmerksamkeit die Verhandlungen über das Freihandelsabkommen zwischen unseren beiden Ländern verfolgen. Ich kann Ihnen sagen, dass die beiden Seiten sich dem Endziel nach acht Verhandlungen nahen. Wir hoffen, dass wir dieses Ziel im Sinne des beiderseitigen Vorteils bald erreichen werden.

Die Wirtschaft und der Handel zwischen China und der Schweiz sind in hohem Masse komplementär. Die Schweiz ist eine hochentwickelte Volkswirtschaft und verfügt über moderne Technologien im Bereich Maschinenbau, Pharmazeutik, Chemie, Lebensmittelindustrie, Präzisionsgeräte usw. Auch in Bereichen ökologische Wirtschaft, Umweltschutz und sparsamer Umgang mit Ressourcen ist die Schwei weit fortgeschritten. China ist dabei, die Industiralisierung, Informatisierung, Urbaniserung und Moderniserung der Landwirtschaft zu fördern. Es gibt also ein riesiges Potenzial z.B. für die Vertiefung unserer Zusammenarbeit im Bereich moderne Industrie, Biomedizin, neue Energie, neue Materialien und Finanzdienstleitung usw. Ich bin davon überzeugt, dass China mit seinem riesigen Markt- und Entwicklungspotential grosse Chancen und Möglichkeiten für die schweizerische Wirtschaft bieten kann.

Vielen Dank!

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