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Rede des Generalkonsuls Herrn Liang Jianquan an der „Impulseveranstaltung Lebensmittel" im Landwirtschaftlichen Zentrum SG
2013/02/28
 

Sehr geehrter Herr Nationalrat Walter Müller,

sehr geehrte Frau Staatssekretärin Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch,

sehr geehrter Herr Regierungsrat Beni Würth,

meine Damen und Herren!

Zunächst möchte ich Ihnen, sehr geehrter Herr Nationalrat, für Ihre Einladung danken. Ich fühle mich sehr geehrt, dass ich an dieser Impulseveranstaltung Lebenmittel teilnehmen und sprechen darf. Ich freue mich sehr, hier viele alte Freunde wie Herrn Regierungsrat Benedit Würth, Frau und Herrn Hoop aus Liechtenstein und Herrn Daniel Müller aus Zürich hier wiederzusehen, und neue Freunde kennenzulernen. Ich grüsse Sie alle!

Das Thema der heutigen Veranstaltung lautet „Chance China". Ich glaube, dass wir auch von „Chancen Chinesisch-Schweizerischer Beziehungen" sprechen können.

China und die Schweiz sind zwar geographisch weit voneinander entfernt, und die Landesgegebenheiten beider Staaten sind in vielerlei Hinsichten verschieden, aber die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern können auf eine bewährte Geschichte zurückblicken. Kurz nach der Gründung der Volksrepublik China vor 63 Jahren haben die Regierungen unserer beiden Länder, ausgehend von den grundlegenden Interessen beider Seiten, eine Entscheidung von weitreicheder Sicht und politischer Weisheit getroffen, die diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern aufzunehmen. Damit gehört die Schweiz zu den ersten westlichen Ländern, die die neue Volksrepublik China anerkannten haben. Ich möchte bei dieser Gelegenheit auch erwähren, dass die schweizerische Regierung den Marktwirtschaftsstatus Chinas 2007 anerkannt hat, ebenfalls früher als die meisten westlichen Länder. Diese Entscheidungen haben solide Rahmenbedingung für die Vertiefungen unserer Beziehungen geschaffen. Mit Freude stellen wir fest, dass der Austausch und die Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Ländern in Bereichen Politik, Wirtschaft und Handel, Tourismus, Kultur, Wissenschaft und Technologie usw. heute eine nie dagewiesene Intensität erfahren haben, was den grundlegenden Interessen beider Staaten entspricht und den Bevölkerungen beider Länder greifbare Vorteile gebracht hat. Gerade in der letzten Woche hat der chinesische Vize-Ministerpräsident Hui Liangyu der Schweiz einen offiziellen Besucht abgestattet und gute Gespräche mit drei Bundesräten in Bern geführt.

Meine Damen und Herren,

Die wirtschaftliche Zusammenarbeit dient als Grundstein für zwischenstaatliche Beziehungen. Trotz der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise hat sich der chinesisch-schweizerische Handel gut entwickelt. China bietet mit seinem riesigen Markt- und Entwicklungspotential grosse Chancen und Möglichkeiten für die schweizerische Wirtschaft. Die Wirtschaft und der Handel zwischen China und der Schweiz sind in hohem Masse komplementär. China ist momentan der grösste Handelspartner der Schweiz in Asien und die Schweiz ist der siebtgrösste Handelspartner Chinas in Europa. Laut Statistik betrug das bilaterale Handelsvolumen im vergangenen Jahr 26,3 Milliarden USD, ein Zuwachs von 280% im Vergleich zum Jahr 2007,also vor der Finanzkrise. Insbesondere möchte ich erwaehnen, dass die schweizerische Außenhandelsbilanz 2012 trotz eines schwierigen globalen Wirtschaftsumfelds einen Rekordüberschuss von 24,4 Milliarden Franken erzielt hat. Der Überschuss mit China betrug 16,9 Milliarden Franken(19,3 Milliarden US-Dollar). Die Zusammenarbeit in Wirtschaft und Handel verschafft beiden Seiten sichtbare Vorteile und bildet die solide Grundlage für die chinesisch-schweizerischen Beziehungen.

Meine Damen und Herren.

Zur Zeit verfolgen viele mit grosser Aufmeiksamkeit die FTA-Verhandlungen zwischen unseren beiden Ländern. Es ist ein gemeinsames Anliegen von beiden Seiten, möglichst früh ein umfassendes Freihandelsabkommen auf der Grundlage des gegenseitigen Respekts, der Gleichberechtigung und des beiderseitigen Nutzens abzuschliessen, das der bilateralen Zusammenarbeit neue Dynamik verleihen wird. Es ist schon zwei Jahre vergangen seit der offiziellen Aufnahme der Verhandlungen. Beide Seiten haben bereits sieben Verhandlungsrunden hinter sich gebracht und entscheidende Fortschritte wei z.B. im Bereich Warenhandel und Dienstleistungen usw erzielt. Die Schwierigkeiten wachsen, je näher man ans Ziel kommt. Aber wir alle sind davon überzeugt, dass beide Seiten mit grosser Intelligenz und Kreativität, ausgehend von der Gleichberechtigung und des gegenseitigen Nutzens, die bestehenden Differenzen überwinden und die Verhandlungen zu einem frühzeitigen Abschluss bringen können, damit die Menschen in unseren beiden Ländern möglichst früh von diesem Abkommen profitieren können.

Meine Damen und Herren!

China ist ein Land mit 1,34 Milliarden Menschen. Für die Regierung ist es die alle wichtigste Aufgabe, die Ernährung der Bevölkerung zu sichern. Unser Land ist weiterhin ein Agrarstaat. Die Regierung hat es zum Ziel gesetzt, die Unbanisierung zu beschleunigen. Mit wachsendem Wohlstand in China wird die Nachfrage nach hochqualitativen Lebensmittel immer grösser. Gegenwärtig befindet sich die chinesische Landwirtschaft im Werdergang von der traditionellen zu einer modernen Landwirtschaft. Obwohl die Schweiz ein hoch entwickeltes Industrieland ist, bleibt die Landwirtschaft für die gesamte Volkswirtschaft von großer Bedeutung. Bei der Agrartechnik, Biolandwirtschaft und Schutz der ökologischen Umwelt usw. verfügt die Schweiz über gute Erfahrungen und ist weit fortgeschritten. Der Agrarhandel zwischen China und der Schweiz belief sich 2011 auf 125 Millionen USD, ein Zuwachs um 9.25%, wobei der Import aus der Schweiz 86 Millionen USD ausmachte, eine Steigerung um mehr als 10 %. Käse, Milchprodukte und Schokolade aus der Schweiz sind in China gefragt. Ich glaube, gerade in der gegenwärtigen Entwicklungsphase Chinas können beide Länder mehr Kooperationspotenzial im Bereich der Landwirtschaft freilassen. Wir wollen gerne die Zusammenarbeit mit der Schweiz intensivieren im Bereich der Agrartechnik, Aufbau einer umweltfreundlichen Landwirtschaft und agrartechnologischen Ausbildung usw. Auch die Erfahrungen der Schweiz bei der Behandlung der Landwirtschaftsfragen im Prozess der Urbanisierung sind für uns wertvoll. Moderne Landwirtschaft ist die Zukunft der chinesischen Landwirtschaft. Wir würden es sehr begrüssen, wenn mehr schweizerische Landwirtschaftunternehmen aktiv an der Modernisierung der chinesischen Landwirtschaft mitwirken würden.

Im Bereich Agrartechnik arbeitet China mit mehr als 100 internationalen Organisationen und Forschungseinrichtungen zusammen. Als Beispiele dafür sind z. B. Bodenschutz, sparsame Bewässerung, Federviehzucht, biologische Schädlingsbekämpfung und Einsatz moderner landwirtschaftlicher Technologien. Auch die Einführung von besserem Saatgut und die Ausbildung von Fachkräften zählen zu den Schwerpunkten der internationalen Zusammenarbeit. Ich glaube, dass all diese Bereiche Inhalte der landwirtschaftlichen Zusammenarbeit beider Ländern sein und durchaus neue Wachstumspunkte für die bilateralen Beziehungen schaffen können.

Meine Damen und Herren!

Mit dem BIP-Zuwachs von 7.8% im letzten Jahr bleibt China weiterhin der wichtige Motor und Stabilisator der Weltwirtschaft. Vor kurzer Zeit ist der 18. Parteitag der KP Chinas mit der Verabschiedung neuer Entwicklungskonzepte und Bildung einer neuen Führungsmannschaft erfolgreich zu Ende gegangen. Dieser Parteitag ist von Kontinuität und neuen Akzenten geprägt und hat die Weichen für die zukünftige Entwicklung Chinas gestellt. Wir haben es zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020-und zwar im Vergleich zu 2010 den Aufbau einer Gesellschaft mit bescheidenem Wohlstand durch Verdoppelung des Bruttoinlandsprodukts und des Einkommens der Bevölkerung zu verwirklichen. Das Land wird sich noch mehr an der Leitlinie der wissenschaftlichen Entwicklung orientieren und verstärkt auf die Umstruktuierung der Wirtschaft und auf die Qualität und Effizienz der Entwicklung achten, wobei die Nachhaltigkeit und der Schutz der Ökologie zentrale Rollen spielen werden. Ziel sollte es sein, dass eine nachhaltige und menschenfreundliche Entwicklung gesichert wird. Durch verstärktes Ankurbeln der Inlandsnachfrage und konstante Verbesserung des Lebensniveaus der Bevölkerung wird ein resieger Konsummarkt entstehen. Allein das Gesamtvolumen des chinesischen Warenimports in den kommenden fünf Jahren nach vorsichtiger Prognose 10 Billionen USD erreichen, was noch mehr Investitionschancen und einen riesengroßen Markt für globale Unternehmen einschließlich der schweizerischen Landwirtschaft anbieten wird.

Meine Damen und Herren.

Zwischenstaatliche Kooperationen sind nachhaltig, wenn sie mit Leben erfüllt werden. Gerne wollen wir mit Ihnen gemeinsam Anstrengungen unternehmen, um das Niveau der prakmatischen Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Ländern zu erhöhen.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit!

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